EU Funding Conditions for Construction & Infrastructure Projects
Recht & Compliance

Top 10 EU-Förderbedingungen für Bau- & Infrastrukturprojekte

Diese Zusammenfassung beleuchtet die 10 wichtigsten EU-Förderbedingungen, die Bauunternehmen und Subunternehmer bei der Arbeit an EU-finanzierten Infrastrukturprojekten einhalten müssen. Am Beispiel des Offshore-Windparks Baltica 2 als Fallstudie wird gezeigt, wie Auftragnehmer die Einhaltung sicherstellen müssen.

Wichtige EU-Förderbedingungen für Bau- und Infrastrukturprojekte

  1. EU-Mehrwert Projekte müssen mit den EU-Prioritäten übereinstimmen – z. B. Green Deal, digitaler Wandel, Kohäsion oder TEN-V-Netze. Diese Übereinstimmung stellt sicher, dass das Projekt zu den strategischen Zielen der EU beiträgt und über den unmittelbaren Standort hinausgehende Vorteile liefert.
  1. Umweltkonformität
    Muss dem EU-Umweltrecht entsprechen, einschließlich:
    • Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
    • Habitat- und Vogelschutzrichtlinien
    • Wasserrahmenrichtlinie
    • Klimaresilienz-Analyse (insb. für ARF-Projekte)

      Die strikte Einhaltung der EU-Umweltgesetze ist zwingend. Dies umfasst die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und die Einhaltung von Richtlinien zu Habitaten, Vögeln, Wasserqualität und Klimaresilienz, insbesondere für Projekte der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF).
  1. Keine erhebliche Beeinträchtigung (DNSH) Im Rahmen von ARF und InvestEU müssen Projekte nachweisen, dass sie nicht schaden:
    • Klima
    • Biodiversität
    • Wasser- oder Meeresressourcen
    • Kreislaufwirtschaft
    • Verschmutzungskontrolle
  1. Beschaffungstransparenz Muss den EU-Vorschriften für das öffentliche Beschaffungswesen entsprechen – Alle Beschaffungen müssen den EU-Vorschriften für das öffentliche Beschaffungswesen entsprechen, um eine offene, faire und wettbewerbsorientierte Ausschreibung zu gewährleisten. Dies gewährleistet Transparenz und Chancengleichheit für Lieferanten und minimiert das Risiko von Betrug oder Bevorzugung.
  1. Einhaltung der Beihilfevorschriften Projekte müssen die EU-Beihilfevorschriften einhalten, um unfaire Vorteile durch öffentliche Unterstützung zu vermeiden. Nichteinhaltung kann zur Disqualifikation des Projekts führen oder eine förmliche Notifizierung und Genehmigung durch die Europäische Kommission erfordern.
  1. Ordnungsgemäße Finanzverwaltung & Prüfungen Verwenden Sie genaue Budgetierungs-, Buchhaltungs- und Betrugsbekämpfungsmaßnahmen. Projekte müssen auf Prüfungen durch EU-Organe wie OLAF, den Europäischen Rechnungshof und nationale Agenturen vorbereitet sein.
  1. Projekt-Reife & Machbarkeit Projekte müssen technische Reife mit abgeschlossenen Entwürfen, gesicherten Landrechten oder Genehmigungen, realistischen Zeitplänen und umfassenden Risikominderungsplänen nachweisen, um die EU-Förderbedingungen zu erfüllen. Muss zeigen:
    • Klares technisches Design
    • Landrechte / Genehmigungen gesichert
    • Realistischer Umsetzungszeitplan
    • Risikominderungspläne
  1. Messbare Ergebnisse & Indikatoren Muss KPIs verfolgen wie:
    • CO₂-Reduktion (für grüne Projekte)
    • Km Straßen/Schienen gebaut
    • Geschaffene Arbeitsplätze
    • Digitale Abdeckung, etc.
  1. Soziale Inklusion & gleicher Zugang
    Muss Diskriminierung vermeiden und Barrierefreiheit fördern (z. B. für Menschen mit Behinderungen), Geschlechtergleichheit und regionalen Ausgleich.
  1. Kommunikation & Sichtbarkeit
    Begünstigte müssen die EU-Finanzierung öffentlich anerkennen, Beschilderung anbringen und Ergebnisse berichten – Nichteinhaltung kann zu Strafen oder Rückzahlungen führen.

Fallstudie: Offshore-Windpark baltica 2

So erfüllt der Offshore-Windpark Baltica 2 (1,5 GW Kapazität, gemeinsam entwickelt von Ørsted und PGE) die 10 wichtigsten EU-Förderbedingungen, unter Verwendung seines 400 Mio. €-Darlehens der Europäischen Investitionsbank im Rahmen von InvestEU und REPowerEU:

EU-Mehrwert

Stimmt mit den REPowerEU-Zielen überein – reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und stärkt die Energiesicherheit der EU. Teil der Ostsee-Offshore-Windstrategie.

Was es ist:

Die Ostsee-Offshore-Windstrategie ist eine politische und Investitionsinitiative auf EU-Ebene, um:

  • Erschließung von 93 GW Offshore-Windpotenzial bis 2050
  • Verbesserung der Energiesicherheit (insbesondere nach dem Ukraine-Krieg)
  • Integration von Offshore-Windenergie in den EU-Binnenenergiemarkt
  • Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei Planung, Netz, Häfen und Lieferketten

Sie wird geleitet von der Europäischen Kommission und den Ländern des Baltic Energy Market Interconnection Plan (BEMIP): Polen, Deutschland, Dänemark, Schweden, Estland, Lettland, Litauen und Finnland.

Umweltkonformität

✔ Vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt

✔ Entspricht den EU-Vogel- & Habitatrichtlinien – Standort so gewählt, dass geschützte Meeresgebiete vermieden werden

✔ Offshore-Netzanbindung mit minimierter Auswirkung auf das marine Ökosystem konzipiert

Keine erhebliche Beeinträchtigung (DNSH)

✔ Zertifiziert, dass keine erhebliche Schädigung von Biodiversität, Klima oder marinen Ökosystemen erfolgt

✔ Kohlenstoff-Amortisationszeit auf <2 Jahre geschätzt

✔ Baupraktiken umfassen Lärmminderung für Meeressäugetiere und Planung der Meeresbodenwiederherstellung

Beschaffungstransparenz

✔ Alle wichtigen EPC-Verträge (z. B. für Turbinen, Fundamente, Umspannwerke) über EU-konforme Ausschreibungen vergeben

✔ Einsatz von Tier-1-Lieferanten (z. B. Siemens Gamesa) durch offene Ausschreibungen

Einhaltung der Beihilfevorschriften

✔ Erhält Differenzverträge (CfD) über Polens Offshore-Windgesetz, aber genehmigt nach EU-Beihilfeleitlinien für erneuerbare Energien

Finanzmanagement & Prüfungen

✔ EIB-Finanzierung geht mit strenger finanzieller Aufsicht einher

✔ Unterliegt Prüfungen durch EIB, polnische nationale Behörden und potenziell OLAF/ECA

✔ Verwendet unabhängige Projektfinanzierungsmodelle mit meilensteinbasierten Auszahlungen

Projekt-Reife & Machbarkeit

✔ Endgültige Investitionsentscheidung (FID) im Jahr 2024 getroffen

✔ Netzanbindungsvertrag mit PSE unterzeichnet

✔ Terminal-Upgrade im Hafen von Danzig im Gange zur Unterstützung der Logistik

✔ Turbineninstallation bis 2027; voller Betrieb bis 2028

Messbare Ergebnisse & Indikatoren

KPIs umfassen:

  • 1,5 GW installierte Kapazität
  • ~5 TWh Jahresleistung
  • ~2,4 Millionen versorgte Haushalte
  • ~2,8 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr vermieden

Soziale Inklusion & gleicher Zugang

✔ Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region Pommern (lokale Werften, Häfen, Wartung)

✔ Öffentliche Konsultationen mit Küstengemeinden durchgeführt

✔ Umfasst Verpflichtungen zur Geschlechtergleichheit bei der Einstellung von Projektmitarbeitern und der Berichterstattung

Kommunikation & Sichtbarkeit

✔ Projekt wird als EU-finanziert im Rahmen von InvestEU/REPowerEU gekennzeichnet

✔ Öffentliche Projektinformationskampagnen

✔ Alle Infrastruktur (z. B. Hafenterminal) zeigt EU-Unterstützungsbeschilderung

EU-Sichtbarkeits- und Berichtspflichten für Bauunternehmen & Auftragnehmer

Tauchen wir tiefer ein in die EU-Sichtbarkeits- und Berichtspflichten für Projekte wie Baltica 2, die bei der Verwendung von EU-Mitteln (z. B. InvestEU, REPowerEU oder EIB-finanzierte Projekte) erforderlich sind – und welche Verantwortlichkeiten auf Entwickler, Auftragnehmer und Subunternehmer während der Umsetzung fallen.

Projektkontext

Name: Offshore-Windpark baltica 2

Entwickler: Ørsted & PGE baltica

Finanzierung: 400 Mio. € EIB-Darlehen im Rahmen von InvestEU / REPowerEU

Ziel: Installation von 1,5 GW bis ~2027; Lieferung von ~5 TWh/Jahr; Ausgleich von ~2,8 Mio. Tonnen CO₂

Gesamtinvestitionen: ~5 Milliarden €

Strategische Ausrichtung an der EU: Ostsee-Offshore-Windstrategie, Fit-for-55

Baltika 2

Bauunternehmen & Auftragnehmer: spezifische Pflichten = Prüfprotokoll für über 5 Jahre aufbewahren

Diese Checkliste hilft Bauunternehmen oder Subunternehmern sicherzustellen, dass sie die EU-Förderbedingungen während der Projektabwicklung erfüllen.

BereichAnforderungKann die Remato App das?
VertragsklauselnVertrag enthält EU-Sichtbarkeits- und BerichtspflichtenNein
BaustellenbeschilderungEU-Banner oder -Schild auf der Baustelle angebracht, gemäß EU-RichtlinienNein
SichtbarkeitsnachweisFotos der Beschilderung gemacht, datiert, archiviertJa. – über Remato Fotoanhänge in Baustellenprotokollen oder Aufgaben
BeschaffungsnachweisBeschaffung transparent durchgeführt, Dateien aufbewahrt (Angebotsanfragen, Gebote, Bewertungen)Nein
Aufbewahrung von AufzeichnungenAlle Rechnungen, Verträge und Zeiterfassungen sicher gespeichert (mind. 5 Jahre)Zeiterfassungen und Dateien können gespeichert und exportiert werden; Langzeitarchivierung hängt von der internen Richtlinie ab
KPI-BeiträgeDaten regelmäßig an den Entwickler übermittelt (z. B. Arbeitsplätze, beschaffte Materialien)Ja – Arbeitszeiten verfolgen, Baustellenfortschritt, Materiallieferungen verfolgen und Daten exportieren
UmweltdokumenteUVP-Konformität und Baustellenüberwachungsprotokolle geführtTeilweise – Kann UVP-Formulare, Protokolle oder Inspektionsnotizen an Aufgaben oder Tagesberichte anhängen
Schulung & BewusstseinMitarbeiter über EU-Förderbedingungen und -pflichten informiertTeilweise – Remato verfügt über eine Baustellen-Einweisungsfunktion, und diese kann zur Erfüllung der Schulungs- & Bewusstseinsanforderung genutzt werden
PrüfungsbereitschaftWichtige Aufzeichnungen für mögliche OLAF-/EIB-Prüfungen organisiertJa – Wenn Remato systematisch verwendet wird, können Sie konsistente Aktivitätsprotokolle, Fotos und Zeitberichte abrufen
BerichtskanalBenannte Person für die Kommunikation mit dem Projekteigentümer bezüglich EU-BerichtenJa – Integrierte Nachrichtenfunktion ermöglicht Echtzeit-Projektberichterstattung und -koordination
Dokumentation von Bauprojekten mit Fotos

Fazit

Die Einhaltung der EU-Förderbedingungen ist entscheidend für Bauprojekte, die von EU-Institutionen finanziert werden. Die richtige Ausrichtung an Umwelt-, Finanz-, Beschaffungs- und Sozialstandards gewährleistet eine reibungslose Projektabwicklung und Finanzierungssicherheit. Der Offshore-Windpark Baltica 2 ist ein Beispiel für erfolgreiche Einhaltung und zeigt, wie Auftragnehmer und Subunternehmer strenge EU-Verpflichtungen erfüllen können. Der Einsatz von Tools wie Remato kann helfen, Dokumentation, Berichterstattung und Prüfungsbereitschaft effizient zu verwalten und schützt EU-Mittel sowie den Projektruf.

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